3 | Bis in die Ewigkeit

Music für die richtige Stimmung

Endlich hatte Tyler das perfekte Geschenk für Avas Geburtstag. Er zerbrach sich wochenlang den Kopf darüber, was er ihr schenken konnte. Sie hatte doch schon alles. Als er vor einer Woche nach Hause für, entdeckte er ein Werbeplakat, was ihm dabei half, das perfekte Geschenk zu finden. Ihr Geschenk stammte vom Juwelier, welches in einer kleinen Schachtel versteckt. Doch klein war das Geschenk nicht. Es war für Tyler ein ganz entscheidender Schritt.

Heute wollte er auf die Knie gehen und um ihre Hand halten. Seine Entscheidung stand nach fünf Jahren fest. Ava war die Frau, mit dem er alt werden wollte. Ihn hinderte bloß nur noch 10 Meilen und die rote Ampel an der Kreuzung. Während er geduldig wartete, bis die Ampel wieder auf grün sprang, überlegte er sich, wie er am besten anfangen sollte.

Doch es war schwerer als gedacht, „Schatz, wir sind schon seit fünf Jahren zusammen… Nein.. Willst du meine Frau werden?… Auch nicht…“. Es wurde grün und er fuhr langsam los. Plötzlich hörte er ein lautes quietschen. Erschrocken blickte er nach links und musste mit entsetzen feststellen, dass ihn ein grelles Scheinwerferlicht blendete. Es knallte gewaltig. Autoteile klirrte und Fensterscheiben zerbrachen. Ein silberner RX-8 wurde auf die rechte Seite von der Kreuzung gezerrt, wo es in ein anderes Auto prallte und erst danach stehen blieb. Geschockt blieben die Passanten stehen und schrieen auf. Besorgte Autofahrer und Schaulustige stiegen aus um nach den Unfallbeteiligten zusehen.

Der Unfallverursacher saß mit großen Augen in seinem kaputten Wagen. Seine Augen waren auf den blutenden jungen Mann gerichtet, der leblos in seinem Wagen lag. Tylers Gurt war gerissen und deshalb lag er mit seinem Oberköper auf dem Beifahrersitz.

Sein Hemd war voll mit zerbrochenen Fensterscheiben und von seiner Stirn tropfte dunkelrotes Blut, das auf eine weiße Schleife tropfte. Die Schleife war von dem kleinen Geschenk, worin der Ring verborgen war, welches die Zukunft von Ava und Tyler verändern sollte. Es war der Ring für Ava. Der Ring zur Ehe...

Ava wartete ungeduldig in der Wohnung auf die Ankunft ihres Freundes. Nach jeder Minute blickte sie auf die Tür und hoffte, dass die Tür auf ging. Eine Stunde ist vergangen und Tyler ist immer noch nicht aufgetaucht. Sie hatte etliche Male versucht Tyler über sein Handy zu erreichen, doch jedes Mal hörte sie die Mailbox. Als sie gerade wieder die Nummer ihres Freundes wählen wollte, klingelte es der Wohnungstür. Endlich - dachte die Krankenschwester und sprang vom Sofa. Trotzdem wunderte sie sich, weshalb Tyler nicht den  Schlüssel benutzte.

Doch vor der Tür stand nicht ihr Freund, der in einer Hand ein Geschenk und in der anderen Hand einen Rosenstrauß hatte. Nein, es war ein total verstörter Ethan, der geschwollene und verheulte Augen hatte. Ava ahnte nichts Gutes. Ohne Worte lief er langsamer als sonst ihn die Wohnung. Ava schloss vorsichtig die Tür und lief ihm langsam hinterher.

Ethan blickte auf den Tisch, der für zwei Personen gerichtet war und nahm tief Luft. Er lief aber nicht in die Küche sondern setzte sich auf im Wohnzimmer auf das Sofa und holte tief Luft. Der Polizist redete immer noch nicht und starrte nur das Bild von Ava und Tyler an, welches an der Wand hing. Die zwei so glücklich zusammen zu sehen, machte ihn noch trauriger. Er wischte sich die Tränen ab und wandte sich zu Ava. So aufgelöst hatte sie ihn noch nie gesehen und sie befürchtete, dass er eine sehr schlechte Nachricht überbringen würde.

Seine Augen waren voller Trauer und das Sprechen fiel ihm sichtlich schwer. Er fing immer kurz an und stoppte wieder. Ava hielt seine zittrige Hand und wurde dadurch unruhig. „Ich weiß gar nicht wie ich anfangen soll. Ich kann es einfach nicht glauben.“. Ethan schaute in Avas Augen, die dem Tränen nahe war, „Tyler wurde bei einer Kreuzung, in der nähe vom Gericht, angefahren. Die Sanitäter hatten ihr möglichstes getan, aber sie konnten ihm nicht mehr helfen. Er verstarb an der Unfallstelle. Ava es tut mir so wahnsinnig leid.“. Tylers Freundin konnte kaum ein Wort sagen. Fassungslos starrte sie Ethan an. Ihr Kinn zitterte und ihre Wangen zogen sich zusammen.

Nein das kann nicht sein. Tyler hat sich nur ein bisschen verspätet. Heute ist doch mein Geburtstag. Ich habe doch noch vor einer Stunde mit ihm gesprochen. Du hast ihn mit jemanden verwechselt.“ Weinend stand sie auf und rannte zu ihrem Handy, „Schatz nimm doch verdammt noch mal ab. Du kannst mich doch nicht alleine lassen.“ Doch zu ihrem Leid, würde nur die Mailbox aktiviert. Verzweifelt schmiss sie das Handy zu Boden. Es zerbrach in zwei Teile. Ava kniete sich hin.  Wieder klingelte es an ihrer Haustür und Ava hatte die leise Hoffnung, dass sich Ethan getäuscht hatte und Tyler doch vor der Tür stand.

Erwartungsvoll öffnete sie langsam die Tür. Doch sie wurde ein weiteres mal enttäuscht. Ihr alter Schulkamerad, der Sanitäter Hank Nickels, übergab dem Ava das Geschenk, welches für Ava bestimmt war und sprach noch einmal sein Beileid aus. Danach verabschiedete er sich von Ethan und Ava. Normalerweise freut man sich über Geschenke. Doch in diesem Moment fühlte Ava nur Trauer. Ein stechender Schmerz, welches nicht aufhörte. Ethan betrachtete traurig die kleine Schachtel, worauf eine weiße Schleife war, die mit blut verschmiert war. „Ich kann das doch nicht aufmachen“.

Ava ging setzte sich wieder auf den Boden, woraufhin Ethan ebenfalls auf die Knie ging. Er versuchte zu lächeln, da er sich denken konnte, was in der braunen Box verborgen war, aber er konnte es einfach nicht. Langsam löste sie die Schleife und öffnete die Schachtel. Ihre Augen füllten sich mit Tränen, als sie den funkelnden Ring entdeckte. "Nein, dass kann doch nicht sein." Mit zittrigen Fingern, nahm sie den Ring aus der Box und las sich die Gravur durch, welches in der Innenseite des Rings war.

until eternity, because love never dies (Bis in die Ewigkeit, weil Liebe niemals stirbt)

Sie schloss ihre Augen und hoffte, dass alles nur ein schrecklicher Traum war. Doch als sie die Augen wieder öffnete sah sie nur den unglücklichen Ethan, der selbst am Boden zerstört war. Er kannte Tyler seit sie klein sind. Mit ihm hat er die schrägsten Dinge angestellt. Und das hörte von heute auf morgen auf. „Lass mich jetzt bitte alleine. Geh du heim, ich glaube das ist das beste für uns beide. Wir ziehen uns nur gegenseitig runter.“ Der Polizist nickte verständlich und schritt zur Tür. Zum Abschied gab er ihr einen Kuss auf die Stirn und hielt sie länger als sonst im Arm.  Dann verließ er stillschweigend die Wohnung.

Ava legte sich auf den Boden und starrte auf die Decke. Sie erinnerte sich an die schönen Momente mit Tyler, die sie zusammen verbracht hatten. Alles verschwamm, da die Tränen sich im Auge sammelten. Unerwartet klingelte es zum dritten Mal an der Tür. „Lasst mich doch bitte einfach in Ruhe! Könnt ihr mich nicht alleine lassen?“, schrie sie verzweifelt und blieb liegen. Ein junger Mann schritt durch die Tür - ohne sie aufzumachen. Als Ava den Schatten eines Menschen in ihrer Wohnung wahrnahm, schreckte sie zusammen und stützte sich auf.

Wie kommen Sie in meine Wohnung? Ich habe die Tür doch gar nicht aufgemacht. Verschwinden sie oder ich rufe die Polizei“. Ava stand auf und rannte zum Telefon. Doch der Mann wollte nichts böses. Er wollte ihr helfen. „Du darfst nicht mit Tyler zusammenbleiben, sonst geschieht genau das. Nur weil ihr ein Paar wart, ist Tyler gestorben. Mum du musst dich von Tyler trennen, ehe es zu spät ist“.

Ava war verwirrt. Wovon redete der Dunkelhaarige. Er jagte ihr Angst ein. Noch nie zuvor hatte sie ihn gesehen, dennoch kannte er sie und Tyler. Langsam legte  Ava das Telefon wieder auf die Kommode. „Von was zum Teufel reden Sie denn? Für Scherze bin ich echt mies gelaunt. Sie wissen doch gar nicht, was ich gerade erfahren habe. Und wieso nennen Sie mich Mum. Ich habe kein Kind und schon gar nicht einer der fast so alt ist wie ich“.

Der junge Mann verdrehte seine Augen und sprach weiter, „Ich kann nicht lange bleiben, vertrau mir einfach ok? Wer außer dir könnte einen Jungen Dwight nennen. Ich zwar sehr zufrieden mit dem Namen, aber für dich hat dieser Namen eine sehr große Bedeutung“. Ava schüttelte den Kopf. Dieser Name bedeutete ihr wirklich viel. Ihr verstorbener Bruder hieß Dwight und sie wollte ihren Sohn nach ihn benennen. Ava betrachtete den jungen Mann genauer an. Von oben nach unten und von unten nach oben. Sie zuckte zusammen. Dwight hatte bei genauerer Betrachtung tatsächlich kleine Ähnlichkeiten mit ihr. „Ja und wie soll ich das bitte anstellen? Tyler ist doch schon von uns gegangen. Kannst du mir bitte verraten, wer außer Tyler dein Vater sein könnte. Es gibt doch für mich nur einen Menschen auf der Welt - Tyler“. Traurig blickte sie auf den Ring.

Dwight ging langsam zu seiner angeblichen Mutter und umarmte sie, „Du wirst es schon sehen, wer der Vater von mir und meiner Schwester Violett wird. Du musst dich von Tyler trennen, vergiss das nicht“. Ehe sie was sagen konnte, löste er sich in Luft auf und ließ Ava mit unzähligen unbeantworteten Fragen zurück. "Was hat das alles zu bedeuten?", weinte sie und las sich die Gravur durch. Doch als sie mit dem Lesen zu Ende war, löste sich ebenfalls der Ring auf. Verbittert fing sie an zu weinen. Es war doch ihr Geburtstagsgeschenk. Ihr Verlobungsring. Ihr Schwur für die ewige Liebe. Doch auch dies wurde ihr weggenommen...

Neeeeiiinnnn“, schrie Ava und wachte schweißgebadet im Bett auf. Ängstlich blickte sie zur Seite, wo sie ihren Freund entdeckte. Der Anwalt schlummerte tief und fest. Seinen Arm klammerte er um Avas Körper . Erleichtert atmete sie auf. Es war alles nur ein Traum. Dennoch wurde sie die Befürchtung nicht los, dass an dem Traum was Wahres sein konnte. Sie blickte zum Kalender. Nur noch drei Tage bis zu ihrem Geburtstag...

Nervosität. Sie gab Tyler einen kurzen, aber dennoch sehr gefühlvollen Kuss. Ein Kuss, als würde sie sich verabschieden wollen. Im Bad schaute sie sich im Spiegel an. Es war ein Konflikt der Gefühle. Sollte sie gegen Dwights Willen mit Tyler zusammen bleiben und an ihrem Geburtstag feststellen, dass er die Wahrheit gesagt hatte, oder sollte sie Tyler verlassen, der Mann, den sie über alles, um sein Leben nicht zugefährden? Langsam kullerte eine Träne auf ihre Wange.

Während sie die Träne wegwischte flüsterte sie leise, „Das mache ich nur für dich Tyler. Nur für dich“. Traurig ging sie aus dem Bad und machte das Frühstück. Dies war der letzte gemeinsame Tag. Dies war das letzte gemeinsame Frühstück. Sie wollte doch mit Tyler glücklich werden und ihn heiraten...

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Ende der 3. Episode

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