19.1. Keep Breathing
.: Bei den Carrendoors :.
Tyler
schlief in der Nacht, an dem er Jonathan von der Besessenheit befreit hatte,
sehr schlecht und seine Unruhe wirkte sich auf seinen Körper aus. Immer wieder
zuckte er im Schlaf zusammen und bewegte seinen Kopf hin und her; seine Augen
bewegten sich unruhig von links nach rechts. Ein leichter Windzug strich an
seinem Gesicht durch und kitzelte seine Nase. Noch im Schlaf, fasste er nach
seiner Nase und als er seinen Namen leise Flüstern hörte, bewegten sich seine
Augenbrauen. Er wurde sanft aus dem Schlaf geweckt, doch es war nicht Ava die
nach im rief, sondern Atropos, die neben seinen Bett stand und auf sein Erwachen
wartete.
Noch im Halbschlaf tastete er nach dem Schalter von der kleinen Nachttischlampe
und als es im Schlafzimmer durch das gedämmte Licht heller wurde, richtete er
sich erschrocken auf und blickte unglaubwürdig in das Gesicht der Göttin. „Atropos?
Aber was… ich dachte…“ Er war zu überwältigt von
dem Anblick der Göttinnen und konnte daher keinen anständigen Satz
herausbringen. Ihm fiel auf, dass er an Atropos und den anderen teilweise
durchschauen konnte. Waren sie etwa Geister? Ava wachte durch die Unruhe ihres
Mannes auf und war ebenfalls erstaunt über den unerwarteten Besuch. Auch sie war
der Meinung, dass sie im Kampf gegen Phobeter gestorben sind, doch wie ließ es
sich erklären, dass sie in diesem Moment anwesend waren?
„Wir haben es Genossen über die Jahre hinweg an
deiner Seite sein zu dürfen. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten sind wir uns
näher gekommen und haben einander vertraut. Tyler, wir, Lachesis, Klotho, Hekate
und ich sind sehr stolz auf dich. Du hast bis jetzt viele Menschenleben retten
können und wirst es auch in Zukunft tun. Doch diesen Weg musst du nun ohne uns
gehen, denn wir werden Oben gebraucht, da in naher Zukunft neue Menschenleben
gesponnen werden müssen. Morpheus wurde geschickt um uns vor der Hölle zu
bewahren und gleichzeitig zurück in den Himmel zu bringen. Wir werden also stets
ein Auge auf dich werfen können.“
Tyler gefiel es nicht wirklich, dass
sie urplötzlich nicht mehr da waren und ihn unterstützen würden, doch dies
musste er wohl akzeptieren. Er hatte so viel von ihnen gelernt und als er seinen
Dank für alles aussprechen wollte, stoppte Lachesis ihn. „Du
brauchst nichts sagen. Wir wissen es zu schätzen.“
„Was ist mit Artemis und Apollon passiert? Sind sie
in der Hölle oder konnten sie noch einmal entkommen?“,
wollte Tyler wissen. Ava hatte sich dicht an ihn gekuschelt und hörte aufmerksam
zu. „Die Frage werden dir Rachel und Riley
beantworten können. Sprich sie darauf an und du wirst deine Antwort bekommen.“
Wieso sprachen sie so in Rätseln? Durften sie nichts über die Zwillinge verraten
oder steckte mehr dahinter? „Und bevor ich es noch
vergesse“, fing Atropos an und wanderte ihre Auge
zu Ava, die ihr Kopf aufrichtete und ihr direkt in die Augen sah. „Die
zwei Glöckchen, die wir dir für die Flucht aus der Traumwelt gegeben haben, soll
ein Geschenk für Klein-Dwight sein. Sobald Violet auf der Welt ist, kannst du
ihr eines davon geben. Ich habe sie in der Traumwelt gefunden und die wird euch,
wie ihr bereits wisst, helfen können, euch von einem Ort zum anderen zubringen.
Bewahrt sie also gut auf, denn wie ihr wisst, werden eure beiden Kinder in der
Zukunft die Geschenke brauchen um euch zu retten.“
Die vier Schwestern wurden langsam blasser. Bevor sie jedoch ganz verschwunden
waren, teilte Klotho Tyler noch etwas Wichtiges mit, die er nie vergessen
sollte. „Solange du nicht den Glauben an das Gute
verlierst, wird die Gerechtigkeit immer gewinnen. Vergiss nicht wie stark du
bist und was allein dein Wille für Berge versetzen kann. Lebewohl, mein tapferer
Krieger.“ Atropos hatte Tränen in den Augen, sowie
Ava und die anderen Göttinnen. Sie alle waren gerührt und emotional aufgewühlt,
weil sie wussten, dass dies das letzte Gespräch zwischen ihnen war.
Tyler drückte Ava fester an sich, als die Göttinnen nicht mehr zu sehen waren
und versank tief in seine Gedanken. Er dachte an den ersten Tag zurück, als die
Moiren ihn in seinen Traum aufgesucht hatten und ihn von seiner Bestimmung und
den Pakt seines Vaters erzählt hatten. Sie hatten sein Leben verändert und
obwohl er für eine lange Zeit gegen seine Bestimmung war, wusste er heute, dass
es richtig war, die Aufgabe angenommen zu haben, weil er Menschenleben rettete.
.: Drei Tage später :.
Ava war mit Klein-Dwight für die
Routineuntersuchung im Krankenhaus bei Dr. Sophie Brown, die ihm Blut abgenommen
hatte um zu schauen, ob bei ihm alles in Ordnung war. Danach machte sie noch
einen kurzen Abstecher bei ihren Eltern, weil sie ihren Enkel wiedersehen
wollten. Sie freuten sich immer wieder ihre Tochter und den Kleinen
wiederzusehen. Nach einem Stück Kuchen und einer Tasse Kaffee verabschiedete
sich Ava wieder und fuhr wieder zurück nach Hause, wo sie bereits erwartet
wurde, weil sie und Violet zusammen einen Kuchen und einige Donuts backen
wollten.
Das Kind wurde Dwight in die Hand gedrückt, der sich dazu bereit erklärt hatte,
aufzupassen, während die Damen in der Küche nach einer ihrer
Lieblingsbeschäftigungen nacheiferten - Backen und Tratschen. Doch anders wie
sonst, waren heute die Gesprächsthemen ernster. „Hast
du was von Hope gehört? Hat sie sich nun bei dir gemeldet?“
Violet rührte den Teig mit dem Schneebesen um und sah ihre Mutter nach der Frage
an. „Nein. Nachdem ich ihr die Wahrheit über Tyler,
den Dämonen und den Göttern erzählt habe, verließ sie verstört die Wohnung und
hat mich nur mit einem verletzlichen Blick angeschaut. Seither reagiert sie
nicht auf meine Anrufe. Sie blockt völlig ab und Tyler geht sie ebenfalls aus
dem Weg.“ Die Enttäuschung war Ava deutlich
anzusehen. Verständlich, denn Hope war ihre beste Freundin und es war kein gutes
Gefühl, jemand offensichtlich verletzt zu haben. „Das
muss sie alles noch verkraften. Denk doch mal wie du reagiert hast, als du
erfahren hattest, was Dad neben seinen Anwaltstätigkeiten macht. Das wird schon
wieder. Ich glaube nicht, dass sie für allezeit dir aus dem Weg gehen wird.“
.: Kingsboro Psychiatric Zentrum :.
Terrence
Capwell war in eines der Besprechungszimmer des Kingsboro Psychiatric Zentrum
und befragte die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen über den Angeklagten Adam
Reyes aus, der wegen Mordes an die Krankenpflegerin Felicia Sway angeklagt
wurde. „Ich war im Archiv um einige alte Akten
abzulegen. Als ich wieder auf den Rückweg das Treppenhaus benutzte, hörte ich
einen lauten Schrei, der von Felicia Sway kam und danach wie sie Treppen
herunterfiel. Ich eilte in das Treppenhaus und konnte noch erkennen, wie unser
Patient, Mister Reyes aus der Tür im ersten Stockwerk verschwand. Es war so
schrecklich.“ Die Mitarbeiterin wirkte richtig
mitgenommen, als sie wiedergeben musste, was sie an dem Tag gesehen hatte.
Nachdem alle Fragen gestellt wurden, durfte sie gehen. Gleich darauf nahm der
Krankenpfleger mit den zotteligen Haaren stattdessen ihren Platz ein. „Können
Sie mir bitte noch einmal erzählen, was Sie gesehen haben oder mitbekommen
hatten. Laut ihrer Polizeiaussage, hörten sie unmittelbar vor dem Sturz eine
heitere Diskussion zwischen Miss Sway und ihren Patienten Mister Reyes. Um was
ging es da?“
„Ich hörte nur, wie sie zu ihm sagte, dass er
aufhören sollte und dann hörte ich, wie sie weggerannt ist. Mehr habe ich nicht
mitbekommen, weil ich wieder zu meinem Patienten musste“,
teilte der Krankenpfleger mit uns biss sich währenddessen immer wieder auf die
Lippen was für Terrence total störend war. Grübelnd verzog Terrence seinen Mund
und spielte gleichzeitig mit dem Kugelschreiber. Er hatte die Bemerkung, die
wirklich dürftig ausgefallen war, aufgeschrieben. „Ich
danke Ihnen. Können Sie Miss Gannon bescheidgeben, dass ich sie gleich befragen
werde? Ich brauche nur einen kurzen Moment.“ Der
Krankenpfleger zog nachdem er draußen war die Tür zu und ließ den Staatsanwalt
alleine.
Kritisch betrachtete er seinen Notizblock an, worauf nur wenig geschrieben
wurde. „Der Polizeibericht bringt mich weiter voran
als die bisherigen Zeugenaussagen. Wenn die Zeugen vor Gericht aussprechen
würden, könnte Tyler sie locker in die Pfanne hauen und Adam Reyes würde die
Klage gewinnen“, faselte er vor sich hin und hoffte
mit der nächsten Zeugin, bessere Ergebnisse erzielen zu können. Seufzend stand
er auf und lief mit aufgeplusterten Backen zur Tür und bat Miss Gannon herein.
Sie setzte sich auf den Stuhl und war sichtlich eingeschüchtert und nervös.
Terrence versuche sie zu beruhigen. „Sie müssen
keine Angst haben. Sind sie ganz entspannt, es wird nur halb so schlimm, wie sie
denken.“ Sie nickte mit einem nervösen Blick. „Mir
wurde mitgeteilt, dass Felicia und Sie ein freundschaftliches Verhältnis hatten,
stimmt das?“ Miss Gannon mit dem Vornamen Danielle
nickte erneut. „Ja, Felicia war seit meiner
Einstellung in diesem Behandlungszentrum meine Arbeitskollegin. Wir wurden nach
einer Weile Freundinnen.“
„Hatte Sie oft Kontakt zu den Angeklagten oder war
es nur Zufall, dass sie an diesem Tag auf Adam aufpassen musste.“
Terrence setzte den Kugelschreiber auf das Blattpapier, weil er nun aufschreiben
wollte, was die Pflegerin ihm mitteilte. „Wenn ich
ehrlich sein soll…“
„Ich bitte darum. Nur mit der Wahrheit kommen wir
voran.“, bestärkte Terrence sie.
„Wenn ich ehrlich sein soll, hat sie sich immer
dafür eingesetzt bei Adam zu sein. Die beiden verstanden sich wirklich gut,
weshalb nach einer Weile er auch nur noch nach ihr verlangt hatte. Es war ihr
wichtig, dass er in guten Händen war, wenn sie verstehen was ich meine.“
Danielle sah Terrence vielsagend an, der sie mit weit in die Stirngedrückten
Augenbrauen ansah. „Wollen Sie mir etwa sagen, dass
die beiden ein Verhältnis hatten?“ „Sie
hat es nie zugegeben, aber sie war jedes Mal glücklich, wenn sie zu ihm gehen
durfte oder nachdem sie bei ihm war noch glücklicher.“
Terrences Augen funkelten nach dieser Information. „Da
haben wir es. Wir haben ein mögliches Mordmotiv. Wenn Gefühle im Spiel sind,
sind kleinere und größere Konflikte vorprogrammiert. Ich danke Ihnen vielmals.“
.: In der Loftwohnung von Anna Munn :.
Anna Munn war die letzte Ex-Freundin von Adam Reyes gewesen. Tyler hatte sie ausfindig gemacht und wollte mit ihr über seinen Klienten sprechen. Sie vereinbarten einen Termin bei ihr zu Hause, in der ehemaligen gemeinsamen Loftwohnung, die am Stadtrand aufzufinden war. Im Wohnzimmer setzte sich Tyler auf den Ledersessel und hatte schon einige Eindrücke von der Wohnung sammeln können. Anna hatte wohl ein Fabel für kreative Kunst, denn überall wo er hinsah waren verschiedene Skulpturen oder Gegenstände, die skurril und elegant wirkten. Die Farben gelb und schwarz dominierten in der großzügigen drei Zimmerwohnung – so war sein erster Eindruck. Anna stellte ihm ein leeres Glas auf den Tisch und füllte diesen mit Mineralwasser ein. „Danke, dass reicht.“ Tyler nahm einen großen Schluck, weil er durch die Fahrt einen trockenen Hals bekommen hatte und wandte sich, nachdem er seinen Durst gestillt hatte, der freundlichen jungen Dame zu. „Was können Sie über Adam Reyes sagen, Miss Munn?“
„Nennen
Sie mich doch Anna. Wollen Sie nicht konkreter werden? Die Frage scheint mir ein
bisschen offen zu sein.“ „Na
gut Anna. Wie lange waren sie denn mit ihrem Ex-Freund zusammen und wieso kam es
zur Trennung. Hatte es was mit seiner bipolaren Störung zu tun?“
Tyler blickte an ihr durch und sah auf der Kommode ein Bild von ihr und ihm. Sie
schienen sehr glücklich gewesen zu sein. Als Anna merkte, dass er das Bild
entdeckt hatte, stand sie auf und nahm das Bild an sich. „Wir
waren sehr verliebt und wollten eigentlich dieses Jahr heiraten. Ich wusste
zwar, dass er krank ist, doch mit den Medikamenten, die er täglich zu sich
nehmen musste, hatte er seine Krankheiten unter Kontrolle. Wie aus heiterem
Himmel ging es mit seiner Gesundheit rapide abwärts. Ich war überfordert und
hatte solche Angst um ihn. Er zog sich immer mehr zurück und hatte oft
unwillkürlichen Streit mit mir angefangen. Ja, wegen Kleinigkeiten, wenn ich mal
das Licht vergessen hatte auszuschalten, nur um ein Beispiel zu nennen. Manchmal
konnte ich ihn noch davon abhalten, sich selbst zu schaden. Wir waren nach Adams
verschlechtertem Zustand noch zwei Monate zusammen. Danach hatte ich einfach die
Kraft nicht mehr dazu, da ich merkte, wie ich mich selbst verlor und an einem
Punkt angelangt war, an dem ich mit ihm unter gegangen wäre, wenn ich weiterhin
mit ihm zusammen geblieben wäre.“
Tyler hatte sich zuvor über die Krankheit informiert und so war es, dass er noch
einige Personen auf seiner Besucherliste draufstehen hatte, die er nach Anna
befragen wollte. Zumal waren es seine Eltern, der ehemalige Psychiater von Adam
und ein guter Freund. Anna konnte einen richtig leid tun, weil sie anscheinend
noch nicht über die Trennung hinweg war. Sie war richtig aufgelöst, als sie von
Adam erzählte, aber sie glaubte fest daran, dass er unschuldig ist.
.: Kings County Hospital :.
Die Krankenschwester Mila Sulkin
verließ mit mehreren Patientenakten das Archiv um in der Leichenhalle nach den
kürzlich verstorbenen Patienten zu schauen. Dabei merkte sie nicht, wie ein
dunkler Schatten ihr folgte. Sie deckte die autopsierte Leiche zu und widmete
sich zu den Kühlzellen. Der dunkle Schatten, der ihr nach wie vor gefolgt war,
verschwand unter der Leiche und im Moment, als sie nicht aufpasste, zog der
Schatten den Lacken von sich und zeigte sein wahres dämonisches Gesicht. Mila
wollte nach der Kontrolle die Leichenhalle verlassen, doch wurde sie von einem
schwarzen Dämon, der umgeben von dunklem Rauch war, einem tierähnlichen Gesicht
und einem bestialischem Gebrüll überrascht, der anstelle der Augen tiefe dunkle
Löcher hatte. Voller Panik lief sie zurück und musste entsetzt feststellen, dass
hinter ihr ebenfalls ein Dämon mit dem selben Aussehen auf sie lauerte. Mila war
umzingelt und suchte einen Halt an den Kühlzellen, weil ihre Beine vor Angst
ganz weich wurden und sie ohne eine Stütze nicht aufrecht stehen konnte.
Ihr Herz pochte unkontrolliert, ihre Stimme zitterte als sie ein bettelndes „Bitte“
von sich gab. Langsam sackte sie zu Boden. „Helft
mir doch“, schrie sie verzweifelt, während in ihrem
Kopf die Szenerie abspielte, wie sie von den Dämonen in Stücke gerissen wurde.
Die Dämonen genossen den Moment, wo die Menschen erbärmlich um ihr Leben
winselten. Töten wollten sie Mila jedoch nicht, denn ein Dämon wollte in ihr
eindringen um sich unbemerkt im Krankenhaus aufzuhalten. Als der Dämon sich
komplett in der Krankenschwester eingenistet hatte stand sie auf und sah
zufrieden den anderen an. „Mum, du kannst die
anderen darüber informieren, dass der Auftakt recht bald kommt.“
Nach einem finsteren Lachen verdunkelten sich für den Bruchteil einer Sekunde
die Augen und Mila, die von der Dämonin Dáfni besessen war, lief seelenruhig
wieder aus der Leichenhalle raus als hätte es diesen Zwischenfall nie gegeben.
.: in Dr. Ledwith’s Büro :.
„Adam
hatte seine Hochs und Tiefs, aber ich kann ihn mir als Mörder nicht vorstellen“,
äußerte Dr. Ledwith – der ehemalige Therapeut von Adam, zu Tylers Frage ob er es
ihm zutrauen könnte, jemand absichtlich zu töten. „Als
er zu mir kam, da war er gerade mal 21 Jahre jung und machte sein Studium zum
Fachwirt im Bankwesen. Seine Eltern wollten, dass ich ihn therapiere um die
bipolaren Störungen unter Kontrolle zu halten. Er sollte trotz Handicap eine
gute Bildung haben. Als ich sie fragte, wann ihnen das erste Mal aufgefallen
war, dass er psychische Probleme hatte, meinten sie mit 17. Anfangs hatten sie
nichts bemerkt, weil sie dachten, er wäre nur so depressiv wegen der Trennung
seiner langjährigen Beziehung gewesen. Doch als er sich immer mehr von der
Außenwelt abschirmte, oft die Schule schwänzte, schrecklich an Gewicht verlor,
wussten sie, dass mit ihrem Sohn etwas nicht stimmte.“
Tyler hielt einige Stichpunkte fest, während er aufmerksam zu hörte. Er
versuchte sich ein Bild von Adam zu machen und bekam je mehr Personen über ihn
erzählten, langsam ein genaueres Bild von dem 28 jährigen Bankkaufmann. „Wird
seine Strafe milder, wenn er psychische Probleme hat?“
„Im Normalfall schon, doch wenn er zum Zeitpunkt
bei vollem Verstand war, wird er wie ein normaler Täter behandelt. Doch wir
dürfen nicht gleich mit einer Verurteilung rechnen. Ich bin mit der
Zeugenbefragungen noch nicht durch und von daher würde ich noch keine Prognose
abgeben.“ Dankend reichte Tyler Dr. Ledwith die
Hand und verabschiedete sich von ihm. Er stieg in den Aufzug ein und fuhr ins
Erdgeschoss. Als die Aufzugstür aufsprang stand vor ihm Staatsanwalt Terrence
Capwell, der ihn mit einem siegessicheren Grinsen begrüßte. „Mein
Langzeit-BFF, war wohl ein ticken schneller bei Dr. Ledwith als ich.“
„War ich doch schon immer, aber das musst du doch
am besten wissen, Terry“, entgegnete Tyler ihm und
klopfte Terrence auf die Schulter. „Seit dem
letzten Mal hast du aber einige Sorgenfalten mehr bekommen. Ist alles klar bei
dir?“, hakte Terrence nach. Tyler wusste nicht so
recht, wie er die Frage verstehen sollte. Wollte er sich wirklich nach seinem
Wohlbefinden erkundigen oder war es wieder ein Seitenhieb. Noch bevor er auf
diese Frage antworten konnte, ging die Aufzugstür zu und ersparte eine ihn um
eine Antwort. „Wir sehen uns.“
Tyler lief aus dem Gebäude und steuerte seinen Mazda RX-8 an.
.: Kingsboro Psychiatric Center :.
Adam
stand starr vor dem Spiegel und sah sich begutachtend an. Er runzelte seine
Stirn, bewegte seine Lippen von links nach rechts und zog mehrere komische
Grimassen – ‚Passt‘, dachte Adam und strich sich durch die Haare. „Danke
an Hades, der mich zurück gebracht hat.“ Thanatos,
der Adams Körper in Besitz genommen hatte, wandte sich vom Spiegel ab und warf
sich schwungvoll auf das Bett. „Nicht gerade das
Bett was ich mir vorgestellt habe, aber ich bin ja bald wieder draußen.“
Er freute sich auf seine Freiheit und er freute sich noch viel mehr, wenn er
seine geliebte Sense wieder bei sich hatte. Hier, in der Psychiatrie war er
gefangen, weil er nicht so einfach heraus spazieren konnte, weil eine
Dämonenschutzmauer um das Gebäude aufgestellt wurde. Somit konnte kein Dämon
rein oder raus – außer, er würde wie vor einigen Tagen von den Göttern
höchstpersönlich hereingebracht. Aber das war wohl unwahrscheinlich. Würde er
ohne zu warten, einfach ausbrechen wollen, wären Tyler und die anderen ihm
sofort wieder auf dem Fersen gewesen. Alles musste also verdeckt geschehen, um
nicht aufzufallen. Die Verhandlung bedeutete für ihn auch gleich die Freiheit
und so würde er kurzzeitig Adam wieder die Kontrolle überlassen. So war
sichergestellt, dass er auch wirklich aus dem Zentrum herauskam.
Plötzlich klopfte es an der Tür. „Mister Reyes, ihr
Anwalt ist hier.“ Schnell richtete Adam sich auf
und machte sich zurecht. Tyler lief hinein und reichte ihm freundlich die Hand.
„Hallo Mister Reyes, ich wollte mich nach ihnen
erkundigen und fragen, ob sie morgen fit für eine Verhandlung sind.“
„Fragen Sie Dr. Moredock, er entscheidet ob ich
normal bin oder nicht.“ Adam antwortete etwas
schnippisch und bewegte seinen Kinn einmal nach vorne. „Er
müsste ja gleich kommen. Ich bekomme heute Abend den Bericht vom
Gerichtsmediziner und somit kann ich ihnen sagen, ob wir eine reelle Chance
haben zu gewinnen oder nicht.“
.: in Claire Nolans Apartment :.
Claire hatte von ihrem Chef die Aufgabe
bekommen, einen Bericht über die NYPD zuschreiben und in einem interessanten
Fernsehbericht zupacken. Darin sollten die letzten Ereignisse zusammenfasst
werden, die die NYPD nach wie vor nicht klären konnten. Es sollte ein kritischer
Bericht werden und die NYPD, die eigentlich für die Sicherheit New Yorks sorgen
sollte, darauf aufmerksam machen, dass die Bürger durch ihre Misserfolge
verunsichert sind. Claire setzte ihre Brille ab und rieb sich angestrengt die
Augen. Danach nahm sie einen größeren Schluck vom lauwarmen Cappuccino und ging
anschließend zum Regal, worauf unzählige Zeitungsberichte und einige CDs
gestapelt wurden. „Na dann wollen wir mal die
letzten Monate unter die Lupe nehmen“, sprach sie
zu sich selbst und setzte sich wieder an ihren Schreibtisch, worauf ihr Laptop
stand. Die Zeitungen und CDs legte sie nebendran. Sie griff nach der untersten
Zeitung und lass die Zeilen „Sidney Calsh –
Verschwunden aber nicht vergessen.“ Die koreanische
Sängerin wurde schon seit
Monaten
vermisst und die NYPD hatte nach wie vor keine Spur, wo sie sein konnte. Zwar
behaupteten irgendwelche Personen, sie anscheinend gesehen zu haben, doch
beweisen konnten sie das nie. Es war als wäre sie vom Erdboden verschluckt
worden und Claire rechnete damit, nur noch ihren Leichnam aufzufinden, wenn es
überhaupt die NYPD schaffte die Leiche zu finden. ‚Sidney Calsh, ein Sternchen
verliert an Glanz‘, dachte die Reporterin und schrieb sich diesen Satz auf das
Notizblock auf. Später, wenn sie alle offenen und merkwürdigen Fälle der NYPD
zusammengefasst hatte, wollte sie sich jedem Fall näher widmen. Doch nun war
erst die nächste Zeitung fällig. „Schießerei im
Gerichtssaal“, sprach sie leise vor sich hin und
las den darunter stehenden Bericht der New York Times Zeitung. „Ethan
Bridgeman von der NYPD, der wegen Mordes an Alexander Burks angeklagt wurde, kam
bei einer Schießerei ums Leben, als die Freundin vom verstorbenen Alexander
Burks Rache an den Angeklagten nehmen wollte. Die NYPD konnte erst nach einigen
Minuten die eskalierte Situation klären, als die Freundin weitere Anwesenden im
Saal mit den abgeschossenen Kugeln getroffen hatte.“
Claire legte die Zeitung zur Seite und schrieb einige Stichwörter auf. Dabei dachte sie an Ethan Bridgeman, der in der Vergangenheit nie negativ aufgefallen war und stets gute Arbeit geleistet hatte. Sie konnte es nicht verstehen, wieso er Alexander Burks getötet hatte – War es wirklich Notwehr? Im Internet suchte sie nach der Freundin von Alexander Burks und fand heraus, dass sie bei der Festnahme von der Schießerei anscheinend einen Nervenzusammenbruch erlitten hatte und sich an nichts erinnern konnte. Molly Sailer wurde zu lebenslänglicher Haft verurteilt. Claire schrieb einen abschließenden Satz und griff nach der nächsten Zeitung: „Neugeborene aus der Säuglingsstation entführt.“ Wie erging es wohl den Eltern, die damals um ihre Neugeborenen bangen mussten. Kaum waren die Babys auf der Welt gewesen, wurden sie schon entführt. Zwar konnten alle Neugeborenen lebend in einem Park gefunden werden, doch fehlte bis heute vom Täter jede Spur. Was für ein perverses und krankes Schwein war so skrupellos und wieso hatte er sie wieder frei gelassen? Wurde der Entführer vom schlechten Gewissen geplagt? Sie wusste es nicht. Die motivierte Reporterin fragte sich auch, ob die NYPD noch nach dem Täter suchte oder sie den Fall zu den ungelösten Fällen abgelegt hatten. Ein Besuch im Präsidium war also unvermeidlich. Der jüngste Fall, der in ihren Gedanken noch recht präsent war, war der Fall von Andreas Burks, dem Bruder des verstorbenen Alexander Burks. „Totgeglaubte töten Länger.“ Das war der Titel zu ihrem CBS Bericht. Sie legte die CD in das Laufwerk und schaute sich ihren Bericht noch einmal an. Andreas Burks, der urplötzlich verschwunden war und jeder davon ausging, dass er umgekommen war, tauchte nach jahrelanger Versenkung wieder auf und legte eine perfide Mordreihe ein, die jede Beteiligten die Nackenhaare zu Berge stehen ließen. Die Opfer wurden aufs brutalste getötet – Das Herz wurde jedem Opfer entwendet und das Blutbad, was er zuletzt im Brooklyner Campus hinterlassen hatte kannte keine Grenzen. Nach wie vor suchte die NYPD nach dem Mörder, doch bis jetzt waren noch keine Erfolge zu feiern. Sie hoffte, dass die Polizei sich nicht zurücklehnte, weil er in den letzten Monaten nicht mehr offensichtlich zugeschlagen hatte - Die NYPD musste am Ball bleiben.
.: Bei den Carrendoors :.
Tyler
kam ziemlich zerknittert nach Hause. In seinem Gesicht war deutlich seine
Unzufriedenheit zu erkennen - Unzufrieden, wegen seinem Plan für morgen, der
noch nicht wirklich zünden wollte. Wie sollte er also die Geschworenen
überzeugen, wenn er selbst nicht davon begeistert war? Er legte energielos die
Schlüssel in die vorgesehene Schale, die auf der Kommode stand und zog sich die
schwarzen Lederschuhe aus. „Ich bin wieder hier“,
rief er in den Flur und schlenderte direkt in die Küche. Schon von weitem roch
er den intensiven süßlichen Duft nach etwas Gebackenem und er vermutete stark,
dass Ava und Violet einen Kuchen gebackt haben. Als er in der Küche angekommen
war lehnte er sich an den Türrahmen und legte seine Aktentasche zwischen der
Türschwelle ab. „Guten Abend meine Zuckerpuppe“,
begrüßte er Ava, die gerade dabei war, das People Magazin zu lesen. „Hast
du Hunger?“, entgegnete sie ihm nachdem sie von ihm
geküsst wurde. „Ohja, mein Bauch spricht schon
Bänder und füllt sämtliche Lexika. Was gibt es denn?“
Ava löste sich von Tyler und holte aus dem Ofen eine Auflaufform. „Tortelliniauflauf
mit Lachsstreifen in Sahnesoße.“ Zufrieden rieb
Tyler sich den Bauch und zog danach seine Krawatte aus. Er setzte sich auf den
Stuhl und seufzte erschöpft. „Wo sind eigentlich
die anderen drei? Es ist so ungewöhnlich still in der Wohnung.“
„Dwight ist auf der Arbeit und Violet ist mit dem
Kleinen im Park spazieren“, teilte Ava mit und
überreichte ihrem Mann den Teller mit den Tortellinis. Danach setzte sie sich
wieder auf den Stuhl und legte die Zeitschrift zur Seite. „Kann
es sein, dass dich was beschäftigt? Du hast wieder die tiefe Sorgenfalte in der
Stirn, die dir im übrigen absolut nicht steht.“
„Ja, es hat was mit der Arbeit zu tun“,
brummte Tyler, nachdem er einen Happen zu sich genommen hatte. „Morgen
ist die Verhandlung und die Gegenseite hat bessere Karten in der Hand als ich.
Wenn ich bis morgen Mittag keinen Masterplan habe, gewinnt Terrence den Prozess
und das will ich nicht.“ „Du
hast ja noch den ganzen Abend Zeit. Nach dem Essen kannst du dich ja ein
bisschen Ausruhen und dann gestärkt an den Fall rangehen. Anwältin Ava wird dir
dann auch helfen“, kicherte Ava lieblich, in der
Hoffnung ihren Mann etwas aufbauen zu können. „Morgen
haben wir unseren ersten Jahrestag. Wie schnell doch ein Jahr vergeht, nicht
wahr?“ Tyler kaute noch zu Ende ehe er was sprechen
konnte. „Ja stimmt. Hast du dir überlegt was wir
morgen machen könnten?“
„Ich habe ein Tisch im River Cafe reserviert.“
Wie es so kam, tauchten die Propheten unangekündigt und wieder mal in einer
ungünstigen Situation auf – nämlich des Essens und der Unterhaltung mit Ava – um
Tyler über die neuesten Informationen nahezulegen. Mit einer abstrusen Mimik
legte er das Besteck beiseite und warf ihnen eindringliche Blicke zu. „Als
hätte ich es nicht geahnt. Ihr schon wieder“,
beklagte sich Tyler genervt. „Wir können Thanatos
nicht finden, trotz der Hilfe von Isaac und die Informationen aus dem Buch von
Efgenia.“
Missverständlich schüttelte er den Kopf. Er bekam das einfach nicht in den Kopf,
wie man in seinem eigenen Revier den Feind nicht aufspüren kann – Wie gut konnte
sich also Thanatos vor den Propheten verstecken? War er etwa so mächtig? „Wir
wissen nicht wann die ultimativen Sieben sich erheben, aber es wird recht bald
sein. Ihr müsst nun alle bereit dafür sein. Achtet auf die Zeichen die
aufkommen.“ Herophile wollte Tyler warnen, denn das
Orakel hatte wieder zu ihnen gesprochen. „Für
wenige Sekunden wird die Dunkelheit auf der Erde herrschen und unschuldiges Blut
wird fließen. Jeder von ihnen wird sein Heer rüsten und deshalb ist es unsere
Pflicht, die Menschen vor der großen Bedrohung zu warnen.“
„Wie wollt ihr das anstellen? Soll ich meine
Brieftauben losschicken um die Menschen zu informieren? Wisst ihr eigentlich was
ihr von mir verlangt? Die Leute werden mich für verrückt erklären und mich in
das Zentrum bringen, wo ihr euch gerade aufhält.“
Tyler tippte mehrmals seinen Zeigefinger gegen die Stirn und verdeutlichte noch
einmal, wie schwachsinnig er die Idee der Propheten hielt. „Für
schlechte Witze haben wir keine Zeit. In den letzten Wochen waren sie nicht
auffällig gewesen, weil sie bestimmt alle nötigen Schritte vorbereitet haben, um
die Menschheit in Angst und Schrecken zu versetzen.“
„Ich weiß den Ernst der Lage zu schätzen auch wenn
mein Hunger gerade auf eure Wörter empfindlich reagiert“,
sagte Tyler während seine Augen kurz zu den Tortellinis wanderten.
„Jedes Mitglied der Ultimate Se7en wird anders auf
sich aufmerksam machen und was für ein Ausmaß das haben wird, könnt ihr euch
nicht mal ansatzweise vorstellen.“
.: Kings County Hospital :.
Dáfni
lief im Körper von der Krankenschwester Mila Sulkin in das Zimmer, worin die
Blutproben von den untersuchten Patienten gelagert wurden. Sie suchte im
Aufbewahrungsschrank nach dem Namen von Dwight Carrendoor und entwendete sie
anschließend indem sie die Blutprobe in die Hosentasche verstaute. Dr. Sophie
Brown betrat ebenfalls den Raum, weil sie die freie Zeit nutzen wollte, um die
Blutproben der Kinder zu überprüfen. Verdattert ließ sie die Tür hinter sich
einrasten. „Was haben Sie hier zu suchen? Meines
Wissens befindet sich Ihre Abteilung zwei Stockwerke tiefer."
Dáfni, die im Körper der Krankenschwester weilte, warf ihr auf diese Bemerkung
hin einen grimmigen Blick zu. „Was geht Sie das an
was ich mache oder nicht. Sie nerven mich und halten mich auf.“
Völlig verdutzt blinzelte Sophie mehrmals hintereinander die Augen, weil sie
nicht glauben konnte, was die Krankenschwester von sich gab. „Was
glauben Sie eigentlich wer Sie sind? SIE halten mich gerade von der Arbeit ab.
Ich werde sofort Ihren Vorgesetzten über Ihr Verhalten informieren. Das wird
Folgen haben, meine Gute.“ Dáfni hatte keine Lust
mehr sich mit der Ärztin auseinanderzusetzen und sorgte deshalb bei Sophie einen
Magengeschwür, der sich in ihren Körper bemerkbar machte. Ohne abzuwarten, was
mit der Krankenschwester gleich passieren würde, lief die besessene
Krankenschwester unbekümmert an ihr vorbei und verließ den Raum ohne ihr
jegliche Beachtung zu schenken.
Sophie verkrampfte vor Schmerzen und torkelte völlig benommen in die Richtung des Stuhles, worauf sie sich setzen wollte. Doch sie gelangte nicht bis zum Stuhl hervor und kniete sich deshalb direkt auf den Boden hin. Sie hatte das Gefühl, als würden sie tausende Messerstiche in ihren Magen gerammt bekommen. Ein unbeschreiblich schmerzhaftes Brennen entfachte in nur wenigen Sekunden in ihren ganzen Körper der ihr Atemnot und Schwindel bereitete. Ihr wurde richtig übel und als sie sich deswegen übergeben musste – sie hatte ja keine Möglichkeit die Toilette aufzusuchen – spuckte sie Unmengen von Blut, was gar nicht mehr aufhören wollte. Wie eine Fontäne kam es nur so aus ihr heraus. Sie versuchte sich mit ihrer Hand auf den Boden abzustützen, doch sie rutschte durch die große Blutpfütze aus und landete mit dem Gesicht hart auf den Boden, während das Blut weiterhin aus ihrem Mund und ihrer Nase triefte. Sophie wollte sich vorwärtsbewegen, in der Hoffnung, sie würde zumindest zur Tür gelangen und dagegen klopfen können, aber ihr Körper war bereits durch den starken Blutverlust zu schwach gewesen. Gequält auf den Boden robbend, flehte sie heulend um Hilfe, doch keiner konnte sie hören, weil sie zu leise für die Lärmkulisse auf dem Gang war. Nachdem das Adrenalin durch ihre Panikattacke langsam aber sicher abgenommen hatte, der für kurzzeitig schnelleres Herzschlagen sorgte, wurde es mit dem Verschwinden deutlich schwächer. Die Abstände der Herzschläge wurden immer größer und größer, bis kein Herzschlag mehr zu hören war. Reglos lag sie auf den Boden, während das Blut ihren weißen Kittel dunkelrot färbte und sich langsam unter ihr ausbreitete.
Fortsetzung: 19.2. Brooklyn Psycho