Was bisher geschah: Unvorhergesehen löste sich die Person zusammen mit dem Opfer in einem dunklen Rauch auf, woraufhin Terrence einen lauten Schrei von sich gab: "Ach du heilige... Tyler hast du das gesehen? Wie hat er das gemacht?" Für Tyler waren es zu viele Fragen auf einmal, so dass er nur zögerlich mit der Schulter zucken konnte. "Frag mich was leichteres Terrence. Ich weiß es nicht."....
14.2.
Gefangen
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FSK: ab 16 Jahren
Erläuterungen: Szenen in dieser
Farbe, sind Erlebnisse in der Vergangenheit
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.: Bei den Carrendoors :.
Tyler
kehrte zusammen mit Terrence in seiner Wohnung zurück. In der Hand hatte Avas
Ehemann ein Handy, das Carmen gehörte. Als sie im Wohnzimmer auf Ava, Dwight und
Violet trafen, merkten die drei sofort, dass etwas vorgefallen war. „Schatz
du siehst besorgt aus“, fing Ava an und bemerkte
Terrence Anwesenheit. „Wieso hast du das Handy von
Carmen? Ist etwas mit ihr passiert?“ Seufzend
setzte sich Tyler auf das Sofa und wies Terrence auf den freien Platz neben ihn.
Er sollte sich doch ebenfalls hinsetzen.
„Irgendjemand hat Carmen entführt und dabei das Handy unterwegs fallen lassen“, sagte Tyler nachdem er das Handy auf den Tisch gelegt hatte. Terrence sah richtig bleich um die Nasenspitze aus, weshalb Ava ihn etwas zu trinken brachte. Nachdem er eine großen Schluck genommen hatte, erzählte er den Anwesenden, wie verrückt er das alles fand. „Da löst sich direkt vor uns zwei Personen auf. Das alles ist doch total verrückt. Wie ist das denn möglich?“
Tyler bewegte seinen Kopf in Richtung Tür, dieses Zeichen bedeutete für Dwight, dass er kurz mit ihm raus gehen sollte. Als sie im Flur waren, fragte er seinen Sohn, ob er nicht Hekate und die Moiren herholen könnte. Er brauchte ihre Hilfe, da Terrence alles vergessen sollte, was er in der letzten halben Stunde gesehen hatte.
Die Moiren sollten einen Weg finden, Carmen und ihren Kidnapper aufzuspüren. Bevor sich Dwight jedoch fort beamte, fragte er seinen Vater, ob bei ihm alles in Ordnung war. Zögerlich nickte Tyler den Kopf und legte seine Hand auf Dwights Schulter. „Danke, dass du mir die Augen geöffnet hast.“ Nach dieser Aussage fing der kleine Carrendoor an zu lächeln, „Gern geschehen. Wir Carrendoors müssen zusammenhalten, nicht wahr?“
Tyler
nickte ein weiteres mal. „Und jetzt schaue ich mal
nach Terrence.“ Dwight löste sich auf und Tyler
ging danach wieder in das Wohnzimmer zu den anderen. Da Ava und Violet keine
logische Erklärung für das plötzliche Verschwinden parat hatten, war Terrence
nach wie vor aufgeregt und nervös. Er bewegte unruhig seinen Fuß auf und ab und
seine Augen bewegten sich unruhig von links nach rechts. Es schien so, als würde
er sich irgendwie verfolgt fühlen.
In einer solchen Fassung hatte Tyler, den ehemaligen Studenten-Kollegen noch nie erlebt. Er hoffte inständig, dass Dwight mit den Göttinnen auftauchte und Terrence einen Vergessenszauber verabreichen würde. Dann würde Terrence endlich aufhören sich den Kopf darüber zu zermatern.
„Sollen wir nicht die Polizei rufen? Wir müssen Trevor und sein Team bescheid geben, dass Carmen von einem Monster oder ähnlichem gekidnappt wurde“, schlug der Staatsanwalt Tyler vor und wollte schon nach seinem Handy greifen.
„Halt, halt. Wir sollten noch etwas warten. Mach nichts Unüberlegtes, du könntest ihr Leben gefährden.“ Nun wurde Terrence still, denn ihm fiel die Sache mit Ethan wieder ein und ein mulmiges Gefühl machte sich in seinem Bauch breit. Anscheinend dachte auch Tyler an Ethan, weshalb Tyler verstohlen auf den Boden schaute und kurz verstummt blieb. Er müsste Carmen retten, denn er wusste, dass ein Dämon wieder sein Böses Spiel treiben würde und sie keine Zeit verlieren konnten, sie aus seinen Klauen zu befreien. Doch zuallererst musste Hekate auftauchen und den Staatsanwalt bearbeiten, so dass sie ungestört an diesem Fall arbeiten konnten…
****
Mit Todesängsten blickte die junge Frau mit den schwarzen langen Haaren auf den Boden. Vor ihr lagen mehrere Frauen, die so schlimm zugerichtet waren, dass sie am liebsten hätte los schreien wollen, doch sie konnte dies nicht tun, weil ihr der Mund zugeklebt wurde. Den Frauen wurden ihre Augen brutal entfernt, ihre Haut war richtig ausgetrocknet, so dass viele Falten und weiße Stellen an ihren Armen und Beinen zu sehen waren und der offene Brustkörper, der normalerweise nur Chirurgen und Pathologen zu Gesicht bekamen, sorgte dafür, dass ihr richtig Übel wurde.
Mit jeder Sekunde stieg ihre Angst, Schweißperlen bildeten sich auf ihrer Stirn, ihre Handfläche wurde feucht und der Puls konnte sie sogar am Kopf schlagen hören. Würde es sie auch treffen? Hatte man sie entführt und dafür sorgen wollen, dass sie dasselbe Schicksal erleiden musste, wie die Frauenleichen auf den Boden? Tränen kullerten über ihre Wangen, denn sie und ihr Ehemann hatten doch gerade erst erfahren, dass ihr lang ersehnter Wunsch nach einem gemeinsamen Baby endlich in Erfüllung ging. Sie fing an zu schluchzen und senkte traurig ihren Kopf.
Sidney Calsh wurde über MySpace, einem Internetportal für angehende Sänger und Künstler, entdeckt und sang sich mit „Fall in Love“ (eigentliche Sängerin ist Lena Park) in die Herzen Amerikas. Sie erwartete ein Kind und wollte noch bevor sie in sechs Monaten die Musikwelt den Rücken zukehrte, noch einmal die Hallen füllen. Doch würde sie das nun überhaupt machen können? Sie war gefesselt und konnte sich kein Stück bewegen.
Unerwartet fing etwas hinter ihr an zu rascheln, wodurch sie verängstigt den Kopf zur Seite drehte um zu sehen, was sich da bewegt hatte. Zu ihrer Verwunderung entdeckte sie eine weitere gefesselte Frau, die langsam zu sich kam. Sie hatte lange braune Haare und eine NYPD-Uniform an. „Mh.. Mh…“, ertönte es aus Sidneys Mund. Sie wollte die Frau auf sich aufmerksam machen, die kein Klebeband um ihren Mund hatte.
Völlig
benommen starrte sie auf Sidney und schüttelte ihren Kopf. „Was
ist passiert?“, fragte sie sich selbst und blickte
erst zu Sidney und danach zu den Frauenleichen. Erschrocken zuckte sie über den
Anblick zusammen. „Oh mein Gott. Wie komme ich hier
her?“ Es war Carmen, die von der unheimliche Person
in ihrer Wohnung mitgeschleppt wurde. Der Unbekannte brachte sie zuerst auf den
Friedhof und danach hier her, so war die einzige logische Erklärung, weshalb sie
hier war. Von der Statur und der Muskulatur her, musste der Kidnapper
männlich und dämonisch sein. Wer außer übernatürliche Wesen, könnte ohne sich
bemerkbar zu machen, in eine Wohnung auftauchen und einfach so von Ort zu Ort
teleportieren.
Wieder versuchte Sidney mit Carmen zu sprechen und stöhnte vor sich hin. Da Carmen bei der Polizei gelernt hatte, sich von Fesseln zu befreien, versuchte sie sich zu entknoten. „Bleiben Sie ruhig, ich komme Ihnen zur Hilfe. Aber zuallererst muss ich mich selbst befreien.“ Obwohl Carmen genauso wie Sidney Angst hatte, musste sie Ruhe bewahren um der unschuldigen Frau nicht noch mehr Angst einzujagen.
Nachdem Carmen sich nach zwei Minuten befreien konnte, eilte sie zur jungen Frau und riss das Klebeband aus ihrem Gesicht. „Hilfe,… Oh Gott, helfen sie mir… Wie bin ich hier her gekommen“, völlig hysterisch fing Sidney an zu schreien. „Psst. Ich arbeite bei der NYPD. Bitte bleiben sie ruhig. Wir wissen nicht, ob derjenige, der uns hier hergebracht hat, in unmittelbarer Nähe ist. Wer sind sie überhaupt, Sie kommen mir so bekannt vor?“ Carmen versuchte die aufgeregte Frau von den Fesseln zu befreien und merkte erst nach einiger Zeit, dass sie in einer großen Blutlache kniete, die von der Frauenleiche mit aufgerissenem Brustkörper war.
Vor Schreck zuckte sie zusammen und konnte sich gerade noch einen Schrei verkneifen. „Ich bin Sidney Calsh, die Sängerin“, schluchzte die Sängerin und blickte auf ihre Hände um zu schauen, wie weit Carmen war. „Beeilen sie sich bitte. Ich will so schnell wie möglich hier raus. Was ist da bloß für ein Mensch, der die Frauen so zugerichtet hat? Werden wir auch getötet? Ich habe solche Angst...“ Carmen warf erneut einen Blick auf die Frauenleichen, drehte sich jedoch wieder zu Sidney, da sie den Anblick selbst nicht ertragen konnte.
Gerade als sie die Fesseln entknoten konnte und zusammen mit Sidney zur Tür rannte, hörten sie auf einmal eine Stimme vor der Tür. Ängstlich versteckte sich die Sängerin sofort hinter Carmen. „Das ist der Mann der uns hier her gebracht hat, nicht war?“ Die selbe Befürchtung hatte auch Carmen, weshalb sie sich langsam wieder von der Tür entfernte. Was sollte sie machen? Was ist, wenn die Tür aufging und ein schreckliches Monster auf sie gesprungen kam? Hatten sie denn überhaupt eine Chance.
Carmen plagte noch der Gedanke, dass sie womöglich nur durch die schwarze Magie in die Situation kam. Melody Candis hatte sie ja davor gewarnt, dass es gefährlich sein könnte, aber Carmen wollte doch um jeden Preis ihren verstorben Freund retten....
.: Los Angeles 2008 :.
Hope
hatte im April die Nachricht erhalten, dass ihr Freund, Landon Armstrong bei
einem Attentat schwer verletzt wurde und deshalb zurück nach Los Angeles musste.
In Irak konnte er nicht behandelt werden, da die benötigten Instrumente und
Geräte nicht vorhanden waren. Er sollte in eines der besten Krankenhäuser
in Los Angels behandelt werden, denn die schlimmen Verletzungen, die er sich in
Irak geholt hatte, wirkten sich auf sein Nervensystem und Gelenke aus.
Auf der linken Seite war er komplett gelähmt und hinzu kamen die starken inneren Blutungen in seinem Gehirn die sich weit ausgebreitet hatte und in letzter Minute noch durch eine vorläufige Notoperation gestoppt werden konnte. Sein Langzeitgedächtnis hatte er verloren und das Kurzzeitgedächtnis hielt ebenfalls nur für maximal eine halbe Stunde an. Er musste also therapeutisch behandelt werden, doch jeder Versuch, sein Kurz -und Langzeitgedächtnis wieder anzutrainieren scheiterte jedes Mal.
Immer wieder mussten die Ärzte von neuem Beginnen, was bedeutete, dass die Eltern und Hope auf eine harte Probe gestellt wurden. Für Landon waren die vertrauten Gesichter auf einmal fremd und wenn er sich langsam wieder an seine Familie und sein Leben erinnern konnte, erlosch alles wieder.
Es war wie bei einem Computer der überlastet war und abstürzte, doch die Eltern und Hope gaben die Hoffnung nie auf. Immer wieder hofften sie aufs Neue, dass Landon seine Erinnerungen behandeln konnte, aber obwohl sie jedes mal wieder enttäuscht wurden, wollte niemand von ihnen den tapferen Soldaten aufgeben. Er sollte nicht als gefallener Krieger im Irak bezeichnet werden.
.: Los Angeles, heutige Zeit :.
„Können
wir nun weiterfahren“, fragte der Taxifahrer aus
dem Auto heraus und bekam ein einvernehmliches Nicken von Hope. Sie wischte sich
die Tränen von ihren Wangen ab und stieg völlig aufgewühlt in das Taxi ein. „Schlimme
Erinnerungen?“, fragte der Taxifahrer und drehte
sich kurz zu Hope, die mit zusammengepressten Lippen leicht nickte. Anschließend
drehte sie ihren Kopf zum Straßenverkehr um sich wieder zu sammeln. Dass mit
Landon war schon über ein Jahr her, aber es fühlte sich nach wie vor schrecklich
an. Er war der Grund, weshalb sie Los Angeles verlassen hatte und sie fragte
sich immer wieder: was wäre gewesen, wenn…
Mitten auf der Fahrt entdeckte sie unter den Passanten den besten Freund von Landon - Lee Yun. War er denn wieder zurück aus Bagdad? „Halten Sie bitte an.“ Da die Bitte von Hope zu unerwartet kam, bremste der Taxifahrer abrupt ab, aber dennoch ohne den Verkehr zu gefährden. „Miss! Das nächste Mal bitte ich um eine Vorwarnung.“
„Kommt nicht mehr vor“, beteuerte Hope und stieg hastig aus dem Taxi aus. Lauthals schrie sie nach Lee, der sich verwundert umdrehte, da er hören konnte, wie jemand nach ihn gerufen hatte. Er bewegte seinen Kopf erst zur Straße nach links und dann nach rechts, auf die vorbeilaufenden Passanten - Immer auf der Suche nach der weiblichen Stimme, die im Übrigen sehr weich und warmherzig klang. Erst als er sich umgedreht hatte, erblickte er Hope mit ihren langen blonden Haaren, die im Takt zum leichten Windzug wehte und der leicht verrutschten braunen Bluse, die perfekt mit dem über die Knie fallenden schwarzen Seidenrock abgestimmt war.
Über den unerwarteten Besuch von Hope, war er nicht vorbereitet, aber dennoch freute er sich, sie nach Jahren endlich wieder zu sehen. Er lief mit einem Lächeln auf sie zu. „Hallo Hope, dass ich dich hier antrefe grenzt ja an einem Wunder.“, behauptete Lee nach einer herzlichen Umarmung und schaute sie mit seinen dunkelbraunen Augen an. Er wusste, dass Hope in einer Nacht und Nebelaktion die Stadt verlassen hatte. Nur die wenigsten wussten, wohin sie gegangen war und er gehörte nicht zu denen. Zum einen war er bei ihrer Abreise nicht in Los Angeles und zum anderen hatte niemand über sie sprechen wollen. Die meisten waren froh, dass Hope Kalifornien den Rücken zugedreht hatte. Warum sie das taten, hatte er erst im Nachhinein mitbekommen, wobei er nicht glauben konnte, was die Leute über Hope redeten.
„Ich wollte zu Landon. Deshalb bin ich hier“, fing Hope an, „Ich habe mich bis heute nicht getraut, wobei ich denke, dass ich nun bereit dafür bin. Ist er noch dort, wo er…“ Der Asiate merkte, dass ihr das ein wenig unangenehm war und fiel ihr ins Wort „Das passt sich gut, denn ich wollte ihn gerade auch besuchen gehen.“ Nach diesem Satz leitete er ein anderes Thema ein. „Ich bin im übrigens kein Soldat mehr. Nachdem was in Bagdad passiert war, wollte ich nicht mehr für das Militär arbeiten. Inzwischen bin ich Immobilienvermittler. Willst du mal meine Karte sehen?“ Stolz präsentierte er ihr seine Visitenkarte, wo sein Namen und Kontaktadresse in schwarzer Schrift stand. Die Firmenbezeichnung stand in Ariel-Schriftart rechts unten „Cousins Realty.“ Die Immobilienvermittlung war gehoben und vermittelte nur hochwertige Häuser und Apartments.
Hope konnte ihre Verwunderung nicht
zurückhalten. „Wow – eine ganz andere Richtung. Ein
Soldat wird Immobilienmakler, dass ist echt… Wow.“
„Ja ich weiß, aber ich hatte schon immer Interesse
darin, Immobilien anzuschauen und die Qualität eines Hauses zu präsentieren und
zu bewerten. Nur wollte mein Dad, dass ich genauso wie er ein Soldat werde und
das habe ich wie du weißt, auch eine lange Zeit getan.“
Lee blickte kurz zum Taxifahrer, „Wie ich sehe bist du mit dem Taxi unterwegs. Ich kann dich mitnehmen… Natürlich nur wenn du willst.“ Hope zögerte mit der Antwort. Sollte sie oder sollte sie nicht? Lee sah sie mit einem Blick an, wo sie einfach nicht nein sagen konnte, und so willigte sie letztendlich auch ein. Als sie ihren Koffer geholt und die Taxifahrt bezahlt hatte, gingen sie zusammen in ein Parkhaus, wo Lee’s schwarzer Audi A5 mit frisch geputzten Chromfelgen, stand. „Und als Immobilienmakler kann man sich also so ein Schlitten leisten.“ Verlegen schüttelte der Asiate den Kopf. „Naja.. Um ehrlich zu sein ist der A5 mein Firmenwagen. Also gehört es im Indirekt doch mir! Nur habe ich den A5 nicht bezahlt.“ Kichernd verdrehte Hope ihre Augen und stellte ihren Koffer in den großen Kofferraum des Wagens…
.: Brooklyn :.
„Wieso
wollt ihr nichts unternehmen?“, fragte Terrence
ungeduldig und wollte wieder nach seinem Handy greifen, als plötzlich eine
Frauenstimme zu hören war. „So, wo ist denn unser
glücklicher Kandidat.“ Verwundert drehte sich der
Staatsanwalt zur Tür und entdeckte Dwight, den er im Übrigen zum ersten Mal bei
der Anhörung von Ethan gesehen hatte, zusammen mit einer jungen Frau, mit langen
braunen Haaren. „Hey, mein Name ist Hanna.“ Hekate, mit dem Decknamen Hanna,
reichte ihm die Hand und faselte etwas vor sich hin, was er nicht verstehen
konnte. Irgendetwas auf lateinisch, dass konnte er heraushören, doch bevor er
noch länger darüber Grübeln konnte, wurde er bewusstlos.
Er kippte mit seinem Oberkörper nach hinten und ließ seinen Kopf auf die Lehne fallen. „Problem erledigt.“ Hekate schenkte den Anwesenden ein Lächeln und winkte den Moiren zu, woraufhin sie das Wohnzimmer betraten. „Dwight hat mir erzählt, dass Carmen womöglich von einem Dämon entführt wurde. Tyler weißt du noch ungefähr, wo sich der Dämonen aufgelöst hat?“ Atropos lief zu Tyler und packte seine Hand, dass Ava daraufhin etwas stutzig schaute, ignorierte sie einfach. „Geht es dir wieder besser? Bist du dir sicher, dass du wieder Fit für die Dämonenjagd bist?“
Nach einer kurzen Bedenkzeit, nickte
Tyler kurz. „Carmen und der Unbekannte waren
zuletzt auf dem Greenwood Friedhof. Zwischen den ganzen Grabstätten, hatte sie
sich dann aufgelöst."
„Vielleicht hat die Person Spuren hinterlassen und
somit hätten wir eine Chance, Carmen wiederzufinden.“
Nachdem Lachesis gesprochen hatte, wollte sie zusammen mit Hekate und Tyler zum
Friedhof gehen.
Klotho und Atropos sollten sich um den bewusstlosen Staatsanwalt, Terrence Capwell kümmern und ihn sicher in seine Wohnung bringen. Da Violet bei der hochschwangeren Ava blieb, hatte Dwight nichts zu tun und wollte seinem Vater und den Anderen helfen. „Na gut, dann lasst uns zum Friedhof gehen.“
Noch bevor sie sich an die Arbeit machten, lief Ava auf Dwight und Tyler zu: „Passt bitte auf euch auf. Der kleine Dwight und ich können nicht noch mehr Aufregung gebrauchen. Und für's Protokoll: Dein Termin ist schon längst überfällig!“ Mit einer ernsten Miene gab Tyler ihr einen Kuss, während Dwight ihr ein Lächeln zu warf und danach zusammen mit den anderen in einem hellen Licht verschwand.
Mit gemischten Gefühlen ließ sie ihre zwei Männer gehen. Da Violet merkte, dass Ava sich Sorgen machte, versuchte sie ihre Mutter auf andere Gedanken zu bringen. „Hey Mum wollen wir nicht von deinen Muffins essen und dabei eine DVD anschauen? Wir können sowieso nichts machen, außer warten. Es bringt uns nichts, wenn wir uns jetzt verrückt machen.“ Ihre Tochter hatte recht, weshalb sie ihr zustimmte und mit Violet in die Küche ging…
** Los Angeles 2008 **
„Es tut uns leid, aber sein Zustand verschlechtert sich von Tag zu Tag.“ Landons Eltern erstarrten nach diesem Satz. Der Oberarzt hatte ihnen so eben mitteilen müssen, dass es keine Rettung für ihren Sohn gab. Obwohl die Ärzte ihn mehrmals operiert hatten, konnten sie keine Erfolge feiern. „Wie kann das möglich sein? Haben sie denn alles Mögliche ausprobiert?“ Miss Armstrong wollte es nicht akzeptieren, dass die Ärzte ihren Sohn aufgeben wollten. „Da muss es doch noch einen Weg geben. Sie können meinen Sohn doch nicht einfach so sterben lassen – Nicht nachdem die Therapie so gut angeschlagen hat und er langsam seine Erinnerungen länger behalten kann.“
Leider entgegnete Dr. Moore ihr mit einem Kopfschütteln. „Ihr Sohn wurde durch die Einsätze in den Kriegsgebieten gesundheitlich stark geschädigt und das führte auch dazu, dass seine körperlichen Verletzungen nicht die gewünschte Heilung brachte… Es tut mir wirklich leid.“
Weinend suchte Miss Armstrong bei ihren Mann Trost, der sich in ihre Arme genommen hatte und sie fest gedrückt hatte. Auch er konnte noch gar nicht so wirklich glauben, dass ihr Sohn nicht mehr gesund werden würde. „Wie lange?“, fragte Mister Armstrong mit zittriger Stimme, „Wie lange hat Landon noch zu Leben?“
„Wir wissen es nicht. Alles hängt von Landon ab. Es könnte in einigen Monaten oder im schlimmsten Fall sogar heute sein.“
Nach diesen Worten fiel Miss Armstrong verzweifelt zu Boden, denn sie wollte nicht glauben, was sie gerade gehört hatte. Was gab es schlimmeres für eine liebende Mutter? Sie war immer der Meinung gewesen, dass sie vor ihrem Sohn von der Welt gehen würde und nicht umgekehrt. Er hatte sein ganzes Leben nur für das Militär gelebt und konnte sein Eigenes gar nicht aufbauen – Das war doch einfach nicht gerecht...
Als die Aufzugstür aufging, konnte Hope schon von weitem die verzweifelten Eltern von Landon sehen. Sie hatte in ihrer Hand ein Fotoalbum, die Landon an ihre die gemeinsamen Tage erinnern sollten. Unruhig lief sie mit energischen Schritten zu Miss und Mister Armstrong, die so damit beschäftigt waren sich gegenseitig zu trösten, dass sie gar nicht mitbekommen hatten, wie Hope auf sie zugelaufen kam und in ihrer Hand, das Fotoalbum nur noch fester in ihrer Hand zusammen drückte.
„Was ist passiert?“, wollte die Anwältin wissen und hatte ein Zittern in der Stimme, die ihre Nervosität ausgedrückte. Noch bevor irgendjemand etwas sagen konnte, wurde der Alarm aus Landons Zimmer ausgelöst. Eine aufgeregte Krankenschwester rannte aus dem Zimmer, direkt auf Dr. Moore zu. „Sein Herz ist stehen geblieben. Sie müssen sofort kommen!!!“…
.: Los Angeles, heutige Zeit :.
Lee
hatte sich von seinem besten Freund verabschiedet und wollte am Auto auf Hope
warten. Völlig aufgelöst kniete sie sich zu ihm hin und senkte traurig ihren
Kopf. Sie fing an zu sprechen: „Jeden Tag frage ich
mich, was gewesen wäre, wenn ich deine Bitte nicht nachgegangen wäre. Glaubst
du, dass wir heute glücklicher wären? Ich vermisse dich so sehr. Kann denn nicht
alles so wie früher sein? Es wäre so wunderschön geworden, wenn ich mit dir
zusammen immer noch in dem großen Apartment in Santa Monica Boulevard leben
würde. Ich als deine Frau an deiner Seite zusammen mit mindestens zwei Kinder…
Das war mein größter Wunsch…“
„Was hast du hier verloren!“, rief eine wütende Stimme. Hope drehte sich um und sah die Eltern von Landon. „Das du dich hier her wagst ist doch echt die Höhe!“ Ihr Ehemann versuchte sie zu beruhigen indem er seine Frau näher zu sich gedrückt hatte.
„Miss Armstrong, ich… Ich..“ Stotternd versuchte Hope etwas auszusprechen, war aber von der ganzen Situation zu überwältigt. „Es ist besser wenn du jetzt gehst“, riet ihr Mister Armstrong mit einem ernsten Blick und lief etwas zur Seite, so dass die Anwältin an ihnen vorbei gehen konnte.
„Hope hat unseren Sohn auf den Gewissen. Ich verstehe nicht wie du da nur so ruhig bleiben kannst“, schimpfte Miss Armstrong, während ihr Mann weiterhin auf sie einredete.
Hope atmete tief durch und drehte sich ein letztes Mal um. „Lebewohl… Ich werde dich nie vegessen.“ Danach verließ sie mit gläsernen Augen die Grabstätte ihres ehemaligen Freundes, Landon Armstrong. Sie fühlte sich so schuldig und hatte gehofft, dass die Schuldgefühle nachließen, doch immer wenn sie an Landon gedacht hatte, vielen ihr wieder die Dinge ein, die sie getan hatte, und das schmerzte so tief in ihrem inneren…
Am Eingang des Friedhofes wartete schon Lee, der sie tröstend in die Arme nahm und fest drückte. Sie ließ in diesen Minuten ihren ganzen Kummer aus und weinte bitterliche Tränen. Sie konnte kaum sprechen, denn alles, was sie im letzten Jahr halbwegs verarbeiten konnte, wurden wieder aufgewühlt. Ja, Hope Waltham hatte mit ihren Schuldgefühlen zu kämpfen und suchte sogar einen Psychologen auf, der ihr dabei half, mit der ganzen Situation umzugehen. Er war auch derjenige, der ihr geraten hatte Los Angeles zu verlassen um einen Neustart zu beginnen. Sie sollte alles was in Los Angeles passiert war vergessen und Halt bei ihrer besten Freundin suchen. In solch einer schwierigen Zeit, brauchte sie jemanden, der ihr Kraft gab. Um eine Arbeitsstelle hatte sich der Therapeut auch gekümmert, zumindest gab er ihr den Tipp, in Brooklyns renommierte Anwaltskanzlei Jack Lewis zu bewerben.
„Ist ja schon gut Hope. Beruhige dich, ich fahre dich erst einmal von hier fort. Wie lange willst du denn hier in Los Angeles bleiben?“ Lee lehnte sich etwas zurück, um Hope anschauen zu können. Ihre verheulten Augen sagten ihm, dass sie so schnell wie möglich die Stadt verlassen wollte, aber aus ihrem Mund kam zu seiner Verwunderung etwas anderes heraus. „Ich habe Landon etwas versprochen, was ich bis heute nicht eingelöst habe. Erst wenn ich seinen Wunsch erfüllt habe werde ich gehen.“ Sie sprach in Rätseln und sorgte dafür, dass Lee fragende Blicke zu ihr geworfen hatte. „Okay… Hast du denn schon eine Unterkunft? Bei mir in der Wohnung wäre noch reichlich Platz.“
Hope lachte kurz auf, „Nein… Los Angeles war eher eine Spontanaktion. So weit habe ich gar nicht geplant.“ „Na dann ist ja alles klar", meinte Lee, "Dann fahre ich dich jetzt zu mir. Zu Hause kannst du ja dann deine verschmierte Schminke aus dem Gesicht waschen.“…
Fortsetzung:
14.3. Die Auserwählte